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Sandeep Mukherjee
Molting The Fractured

 

9 Sep – 4 Nov 2017

 

Opening
Sat, 9 Sep, 6–9pm

Artist Talk
Dr. Jeni Fulton
Art Historian and Editor in Chief
Sleek Magazine
Thursday, 14 September, 7pm

 

press release

Pressemitteilung

 

 


Pressemitteilung – please scroll down for English

Das Konzept für die Ausstellung Molting the Fractured greift eine Vielzahl von Ideen und Gedanken auf, die Sandeep Mukherjee seit mehr als zehn Jahren beschäftigen. Als Berlin Fellow des Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. wird der Künstler die Ausstellung nach vorbereitenden Arbeiten in seinem Atelier in Los Angeles im Rahmen einer mehrwöchigen, von 68projects gemeinsam mit dem Villa Aurora & Thomas Mann House initiierten Residency im Sommer 2017 in Berlin finalisieren. Das Werk, das sich über alle drei Räume von 68projects erstrecken wird, erlebt damit seine Weltpremiere in Berlin.

Das Schaffen von Sandeep Mukherjee kreist seit mehr als zehn Jahren um die Vorstellung von Abstraktion als einem Mittel, flüchtige Vorgänge bildnerisch zu gestalten. In seinen Gemälden, Zeichnungen und Installationen bleibt der Künstler daher stets dem Prozessualen verpflichtet, was sich unter anderem in seiner Vorliebe für improvisatorische Arbeitsweisen äußert. Die Umwandlung des handelnden Körpers, das Abziehen des materiellen Körpers und die Faltung des architektonischen Körpers sind Teil seiner künstlerischen Untersuchungen, die stets auf das Verhältnis von Prozess, Affekt und Bild zielen.

Als Ausgangsmaterial des Werks, das im Zentrum der Ausstellung in Berlin steht, dient das Privatauto des Künstlers, ein BMW Mini Cooper aus dem Jahr 2006. Das Fahrzeug diente Sandeep Mukherjee mehr als sechs Jahre lang als Fortbewegungsmittel in seiner Wahlheimat Los Angeles, der Autostadt par excellence, mit ihren verschlungenen, die Stadt wie ein Netz überziehenden und kreuzenden Highways, Fastways und Freeways, angereichert mit dem Echo unzähliger Hollywoodfilme, in denen das Automobil als untrennbarer Teil des American Way of Life gefeiert wird.

Nicht zuletzt angesichts der vielen Stunden, die Sandeep Mukherjee in seinem Fahrzeug verbrachte, wurde dieses zu einer Art erweiterter zweiter Haut: „Der Mini Cooper fungiert als ein vergrößertes Gehäuse für meinen Körper, der mit seinen erweiterten Möglichkeiten was Geschwindigkeit, Mobilität und Bewegung im Raum angeht, zu meinem Referenzrahmen wurde. Das Fahrzeug erlaubt mir, Raum, Entfernung und Topografie auf eine Weise zu imaginieren, die meinem eigenen Körper verschlossen bleiben.“

Durch seinen Vater, der viele Jahre bei Siemens in Deutschland arbeitete, lernte Sandeep Mukherjee die deutsche Sprache ebenso kennen wie die Idee vom Auto als der Deutschen liebstes Kind. Und bevor er sich entschied, Künstler zu werden, schloss er ein Studium der Ingenieurswissenschaften ab, sein Projekt für Berlin ist daher in vielerlei Hinsicht eine Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln.

Das Werk, in dem sich Skulptur, Malerei und Installation verbinden, ist das Ergebnis komplexer Vorarbeiten. Der BMW Mini Copper wird als Gussform verwendet: insgesamt achtzehn dünne, annähernd quadratische Aluminiumbleche im Format 100 x 120 cm umhüllen das Auto komplett. Ähnlich wie bei einer Frottage werden die einzelnen Lagen dann von Hand gepresst oder mit Hilfsmitteln in die schwerer zugänglichen Bereiche gedrückt. Auf diese Weise wird jedem der Aluminiumbleche das Abbild eines Teils der Fahrzeugoberfläche eingeprägt. Sie werden so zu einer zweiten Haut, die das Abbild des darunterliegenden Fahrzeugs bewahrt.

Danach werden die geformten Bleche einzeln und von Hand mit Acrylfarbe koloriert. Dabei geht es weniger um akkurate Maltechnik, sondern vielmehr um den Moment des Sprühens mit all seinen Zufälligkeiten. Die Schwerkraft, die Ausrichtung der Spraydose, aber auch mögliche Luftzüge spielen eine wichtige Rolle bei der Verteilung der Farbe auf den Oberflächen. Zufälligkeiten werden so bewusst zugelassen und befördert. Bei den Außenseiten der Aluminiumhaut arbeitet der Künstler mit Schwarz und Weiß. Die Innenseiten aber, die unseren Blicken normalerweise verborgen sind, werden in fleischfarbenen Rottönen gestaltet. Die Idee, es handle sich bei den Aluminiumblechen um Haut, wird dadurch gesteigert: die Farbgebung der In- nenseiten erinnert an rohes Fleisch. Das Aluminum durchläuft auf diese Weise eine Transformation. Es scheint organischen Ursprungs.

Die achtzehn farbigen Aluminiumbleche werden schließlich mit transparenten Seilen von der Decke dicht nebeneinander in den Raum gehängt. Nah genug, um den Eindruck eines Gesamtkörpers zu erzielen, dabei aber immer begehbar. Dass die einzelnen Bleche durch den Luftzug oder die zwischen ihnen umherstreifenden BesucherInnen in Bewegung geraten, ist ebenso Teil des Installationskonzepts wie die individuelle Anpassung an den Ausstellungsraum. Die Geräusche, die entstehen, wenn sich die Teile bewegen und berühren, fügen dem Kunstwerk eine weitere Ebene hinzu. Die Vielzahl der Sinneseindrücke, Sehen, Fühlen und Hören, referiert auf die Empfindungen während einer Autofahrt.

Die Werke Sandeep Mukherjees werden weltweit im Rahmen zahlreicher Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. im MOCA (Los Angeles), im MOMA (New York), im LACMA und im Hammer Museum (beide Los Angeles), im Broad Center, Pitzker College und im Pomona College Museum of Art (beide Claremont) sowie dem Kiran Nadar Museum of Art (Neu-Delhi) und der Sammlung Jumex in Mexiko-Stadt. Kürzlich wurde er mit dem John Simon Guggenheim Memorial Foundation Fellowship ausgezeichnet. Sandeep Mukherjee ist Berlin Fellow des Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. im Jahr 2017.

Am Donnerstag, den 14. September 2017, spricht Dr. Jeni Fulton, Kunsthistorikerin und Chefredakteurin von SLEEK Magazine mit dem Künstler über sein Berlinprojekt. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Voranmeldung unter berlin@68projects.com oder telefonisch unter 030 889 225 890.

Sandeep Mukherjee ist im August in Berlin – sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie ein Interview oder einen gemeinsamen Atelierbesuch mit dem Künstler wünschen.

Für Fragen oder für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Druckfähiges Bildmaterial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Mit freundlichen Grüßen,

Janina Rösner

Kontakt
Janina Rösner: berlin@68projects.com
Tel: +49 30 889 228 76 | Fax +49 30 889 225 899
www.68projects.com | http://www.facebook.com/68projects


Press release

The exhibition Molting the Fractured is based on ideas and notions Sandeep Mukherjee has been working on for ten years. The work, which is currently in progress, will be finished this summer, during the artist’s residency in Berlin, initiated by 68projects and the Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. The work, spread over all three rooms of the gallery, will have its world premiere in Berlin.

For over a decade, Sandeep Mukherjee’s work has been exploring the concept of abstracting as a means to image, carve or slice a particular aspect of flowing matter. The artist’s work in painting, drawing and installation is process-oriented and improvisational. Following multiple paths of inquiry, such as translating the performing body, subtracting the material body and folding the architectural body, the work continues to explore the relationship between process, affect and image.

As a basis material for the exhibition, Sandeep Mukherjee uses his own car, a 2006 BMW Mini Cooper hatch back he has been driving for six years and considers an extended second skin. Los Angeles is the city of cars, par excellence, with its famously intricate grid of highways and freeways, suffused with echoes of countless Hollywood movies that celebrate the car as an integral part of the American Way of Life. “The Mini Cooper performs as an enlarged body sac that becomes my frame of reference with enhanced capacities for speed, agility and movement in space. It allows me to image space, distance and topography in ways that my own body cannot”, says the artist.

With a father, who lived in Germany for many years, working for Siemens, Sandeep Mukherjee not only has a very good knowledge of the German language, but is also familiar with the German passion for car culture. In this respect, the completion of Sandeep Mukherjee’s project in Berlin is a return to his roots.

The work – a combination of sculpture, painting and installation – marks a decisive step in Sandeep Mukherjee’s artistic research and is the culmination of a complex process, during which the car, as an epidermic envelope, will be turned into a mould. It will be gridded off using 18 square sheets of industrial grade aluminium foil that will cover it completely. The individual sheets, 100 x 120 cm in size, are conceived as pieces of skin, and will be hand pressed or rubbed into relief dimensions, much like frottage. The sculpted surfaces will be painted with acrylic paint from spray bottles. The painting action mimics mist or rain as it erupts from the spray bottle projectile and falls onto the moulded surfaces. Gravity not only determines how the paint lands on the folded surfaces, but also how it moves across them. The resulting images – or unfolding patterns – are caused by the interactions between the sculptural topography and the moving paint – a constantly changing topology.

As the surfaces are rearranged in space through the process of painting, the effects of gravity will change the unfolding patterns as they are recorded successively on the surface. This process of layering is continued on both sides of the moulded form until the surface is transformed from its aluminium origins. The exterior of the moulded form will be painted in black and white, while the inside surface, which we normally do not see, will be covered in fleshy tones, to create a slice of folded flesh and complete the translation from the material to the organic.

The 18 moulded sheets will be suspended from the ceilings of all three rooms of the gallery space using transparent wire and placed in close proximity to create the impression of one continuous surface. The suspended work will be installed in such a way that viewers can move around and touch it, causing the various sculptural components to move and come into contact with each other, adding a sonic dimension. The various sense impressions – sight, touch and sound – are designed to recreate the experience of riding in a car.

Sandeep Mukherjee has had solo shows in galleries in the USA, in Asia and in Europe and has been shown worldwide in museums like the MOCA (Los Angeles), the MOMA (New York), the LACMA and the Hammer Museum (both Los Angeles), the Broad Center, Pitzker College and the Pomona College Museum of Art (both Claremont) as well as the Kiran Nadar Museum of Art (New-Delhi) and the collection Jumex in Mexiko-City. Recently he was awarded the John Simon Guggenheim Memorial Foundation Fellowship. Sandeep Mukherjee is Berlin Fellow of the Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. in 2017.

On Thursday, 14 September 2017, at 7pm, Dr. Jeni Fulton, art historian and editor- in-chief of SLEEK Magazine will be in conversation with Sandeep Mukherjee about his Berlin project. Free entrance. For registration please contact us at berlin@68projects.com or +49 30 889 225 890.

Sandeep Mukherjee will be in Berlin from the beginning of August – please contact us, should you wish to interview the artist or to visit him in his studio.

Should you require further information, do not hesitate to get in touch.

We are happy to provide printable images on request.

Best regards,

Janina Rösner

Contact
Janina Rösner: berlin@68projects.com
Phone: +49 30 889 228 76 | Fax +49 30 889 225 899
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