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Panos Tsagaris

STUDIES IN SYMBOLOGY

 

Duration:
10 September – 22 October 2016

 

Pressemitteilung (PDF)

press release (PDF)

 


PRESSEMITTEILUNG – click here for english press release

Wir freuen uns sehr, das zweite Halbjahr mit einer Einzelausstellung des griechischen Künstlers Panos Tsagaris zu eröffnen. Auf Einladung von 68projects arbeitete Tsagaris über die Sommermonate in Berlin. Tsagaris Werk kreist um die unendlichen Themen von Menschlichkeit,
Sinnsuche und dem Erhabenen. In seinen meist abstrakten Collagen, Gemälden und Filmen, die immer vom Medium der Fotografie ausgehen, lässt sich eine große Faszination für Okkultismus, Spiritualismus und mystische Lehren beobachten.

Seine aktuelle Werkserie basiert auf Fotografien von Spiegelstillleben, die er in seinem Studio arrangiert. Einmal aufgebaut wird die reflektierende Komposition mit dem iPhone des Künstlers fotografiert – „dem“ Symbol für Selbstinszenierung und Eitelkeit in unseren Tagen. Die Fotografie wird anschließend vergrössert, ausgedruckt, um zusätzliche Spiegel ergänzt und in einer weiteren Installation erneut fotografiert. Dieser Prozess des Arrangierens, Fotografierens und Ausdruckens wird so lange wiederholt, bis sich die reflektierenden Qualitäten des Spiegels erschöpft haben.

In mythologischer Tradition, in Anlehnung an die Geschichte von Narziss, der in seinem eigenen Spiegelbild ertrinkt, symbolisiert der Spiegel bei Tsagaris den Fall der Seele aus dem Göttlichen ins Körperliche, vom höheren Bewusstsein zum Profanen und versinnbildlicht gleichzeitig eine Reinigung des kollektiven Seins.

In der fortlaufenden „Newspaper“-Serie, die der Künstler mit Ausbruch der Krise in Griechenland begann, überdeckt er Titelseiten der New York Times partiell mit Blattgold. Er lässt dabei nur die Abbildungen frei, die das aktuelle politische Geschehen in Griechenland thematisieren und meist Szenen der Gewalt von Polizei und Staatsmacht gegen das eigene Volk zeigen, sowie den Titelkopf der Tageszeitung. Durch diese Reduktion weist der Künstler einerseits auf eine thematische Verengung in der Wahrnehmung des krisengeschüttelten Landes durch die internationale Öffentlichkeit hin. Gleichzeitig zeigt er auf, dass es sich bei der Krise in seinem Heimatland keineswegs um eine reine Wirtschaftskrise sondern vielmehr um eine ernste politische Krise handelt.

Im Laufe der Zeit erweiterte Tsagaris die Auswahl seiner Motive und wählt nun Schlagzeilen und Bilder, die sich mit Ereignissen und Geschehnissen auf der ganzen Welt auseinandersetzen – darunter beispielsweise die Demonstrationen gegen das brutale Vorgehen der Polizei gegenüber Afroamerikanern in den USA oder die Terroranschläge in Paris. Die Werke des Künstlers werden so zu einer „sprachlosen“ Chronik der jüngsten, sich überschlagenden globalen politischen Ereignisse. Sie sind gleichzeitig Belege für die übergroße Bedeutung von Bildern in der heutigen Berichterstattung und zeigen auf, wie sehr wir von diesen Bildern
beeinflusst und manipuliert werden.

Panos Tsagaris zeigt Werke aus dieser Serie während des Monats der Fotografie auch in Athen und Luxemburg.

Panos Tsagaris studierte am Emily Carr Institute of Art & Design in Vancouver.

Seine Werke waren in zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der 4. Canakkale Biennial of Contemporary Art in der Türkei, dem BOZAR-Center of Fine Arts in Brüssel, dem Palais de Tokyo in Paris, dem Belvedere Museum in Wien, der Assab One Foundation in Mailand, dem Museum für Moderne Kunst in Leipzig sowie der 2. und 4. Thessaloniki Biennial of Contemporary Art in Thessaloniki zu sehen. Er ist in namhaften internationalen Sammlungen u.a. in Griechenland, der Schweiz und den USA vertreten.

Panos Tsagaris wird zur Eröffnung am 10. September anwesend sein.

Für Fragen oder für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Druckfähiges Bildmaterial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Kontakt
Katharina Pilz: pilz@68projects.com
Tel +49 30 889 228 76 | Fax +49 30 889 225 899
www.68projects.com | http://www.facebook.com/68projects


 

PRESS RELEASE

We are very pleased to open the second half of the year with a solo exhibition by Greek born and New York City based artist Panos Tsagaris. Following an invitation by 68projects, Tsagaris spent the summer working in Berlin. His art revolves around timeless themes, such as humanity, the search for meaning and the sublime. Tsagaris’ mostly abstract collages, paintings and films are always grounded in the medium of photography, revealing an intense fascination with occultism, spirituality and mystic teachings.

His current series of works is based on photos of mirror still lives that he assembles in his studio. Once constructed, the reflecting composition is photographed with the artist ’s iPhone- “the” symbol of self-presentation and vanity of our time. The photo is subsequently blown up, printed, furnished with further mirrors and re-photographed in another installation. This process of arranging, photographing and printing is repeated until the reflecting qualities of the mirror have
been exhausted.

Following mythological tradition, such as the story of Narcissus, who drowns in his own reflection, the mirror in Tsagaris’ work symbolizes the fall of the soul from the divine to the physical realm, from higher consciousness to the profane, while simultaneously exemplifying the purification of collective being.

In the ongoing “Newspaper” series, which he began at the onset of the Greek crisis, the artist partially covers front pages of the New York Times with gold leaf, leaving visible only the newspaper’s masthead and the pictures that show the current political events in Greece, for the most part scenes of police or state violence against the people. By means of this reduction the artist is able to highlight the narrow thematic scope in the international perception of the crisis-ridden country. At the same time he demonstrates that the crisis in his home country is by no means a purely economic, but rather a serious political one. Over time Tsagaris extended the choice of images to include headlines and pictures that deal with events and incidents all over the world- such as the demonstrations against police brutality towards Afro-Americans in the USA or the terror attacks in Paris. The artist’s works thus become a “speechless” chronicle of the escalating nature of recent global events. At the same time they are a testament to the

68projects Fasanenstr. 68 D-10719 Berlin Tel +49(0)30 889 288 76 Fax +49(0)30 889 225 899 berlin@68projects.com