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Architecture & Abstraction

 

Andrea Grützner, Friederike von Rauch, Tanja Rochelmeyer und Maximilian Schubert
Kuratiert von Katharina Pilz

Opening:
Saturday 14 January, 6 – 9 pm

Duration:
14 January – 4 March 2017

Location:
68projects, Fasanenstraße 68, 10719 Berlin

press release (PDF)

Pressemitteilung (PDF)


PRESSEMITTEILUNG – click here for english press release

Architektur und Abstraktion

Fragt man nach den Gemeinsamkeiten von Konstruktivismus, Suprematismus, konkreter Kunst, Hard-Edge und Minimal Art, findet man sie in der Abstraktion. Ziel ist die Befreiung vom Gegenstandsbezug, gepaart mit einer Hinwendung zu einer Bildwirklichkeit, die sich aus Farben und Formen, aus Licht und Schatten konstituiert. Die „neue Abstraktion“ im 21. Jahrhundert kommt jedoch ohne den programmatischen Bezug zum Diskurs der historischen Moderne aus. Sie verfolgt auch keine ausschließlich rationalistische oder objektive Formfindung wie die Konkrete Kunst. Sie schöpft aus diesem Fundus, gewinnt jedoch ihren agilen, eigenständigen Charakter durch ihren subjektiven und individuellen Gestus.

Dabei liegt der Schwerpunkt der Ausstellung „Architektur und Abstraktion“ auf geometrisch konstruktiven Werken, deren Hauptinspirationsquelle die Architektur ist. Allen künstlerischen Positionen gemein ist die Formulierung eigener, unverwechselbarer Bild-Findungen bei gleichzeitigem Verzicht auf einen dokumentarischen oder abbildenden Charakter.

Die Fotografin Andrea Grützner konzentriert sich in ihrer neuesten Werkgruppe auf die Architektur der 1950er Jahre. Als Stipendiatin der „Koblenzer Stadtfotografen“ erkundete die Künstlerin im Sommer 2015 den öffentlichen Stadtraum mit einem Fokus auf Fassaden und ihre Raster, die sie in leuchtende, grafisch gestaltete Bildausschnitte übersetzt. Die Bilder, die sie dabei findet, sind malerische, abstrakte und surreale Fragmente, die nichts mehr mit dem zu tun haben, was wir täglich als städtische Architektur wahrnehmen. Andrea Grützners Medium ist zwar die Fotografie, ihre Arbeiten jedoch changieren zwischen Fotografie, Skulptur und Collage. Ihre Interessen betreffen die Wahrnehmung von Raum-, Geschichts- und Erinnerungsstrukturen ebenso wie visuelle Irritationen, das Vertraute und zugleich Ungewohnte.
Die Aufnahmen menschenleerer Licht-Räume in Museen, Klöstern und venezianischen Palazzi der Künstlerin Friedrike von Rauch eröffnen durch ihren kontemplativen Charakter dem Betrachter eigene Welten mit einem schier unendlichen Raum für Erzählungen und Geschichten. Meist außerhalb der Öffnungszeiten aufgenommen, entstehen ganz persönliche Rauminterpretationen, die den Charakter eines Ortes herausarbeiten und mit ruhiger Betrachtung eine emotionale Verdichtung hervorrufen. Die Fokussierung auf einen engen Bildausschnitt führt zu einem Verlust des Abbildungscharakters zugunsten einer stark abstrahierenden Darstellung. Der Farbe oder vielmehr der Farblosigkeit kommt eine zentrale Rolle zu. Friederike von Rauch fotografiert analog mit einer Mittelformatkamera und arbeitet ausschließlich mit dem vorhandenen Licht.
Tanja Rochelmeyer schafft in ihren Gemälden „Raum-Visionen“: leichte, fast schwebende Raumhybride, die sich auf die polydimensionale Struktur des Internets beziehen. Die Farbe ist in ihren Arbeiten Form und Inhalt gleichermaßen: mit Farbe formt die Künstlerin geometrische, labyrinthische Gefüge zersplitterter Räume, geprägt durch perfekte Farbverläufe in bestechender Klarheit. Dabei ist allen Werken in der Ausstellung gemein, dass ihr Hauptthema zwar die Räumlichkeit oder eine räumliche Seherfahrung ist, das Verhältnis von Grund und Figur, von oben und unten aber in der Schwebe bleibt; ja einzelne Arbeiten sogar keine eindeutige Ausrichtung haben und sie sowohl im Hoch- wie im Querformat funktionieren.
Als Gast von 68projects lotet der New Yorker Künstler Maximilian Schubert in seinen monochromen Arbeiten die Grenzen von Malerei und Skulptur sowie das Thema des „Trompe-l’oeil“ aus. Zunächst scheinen die Werke „Untitled“ weiße monochrome Leinwände zu sein, deren Oberflächengestaltung an den Faltenwurf eines Vorhangs erinnert. Tatsächlich aber sind die Gewebefalten gegossen. Den einzigen Hinweis, dass „nichts ist, wie es scheint“, erhält der Betrachter durch die Sichtbarkeit eines feinen Netzwerks von Rissen und vereinzelten Fehlstellen. Die Wand hinter dem Werk wird sichtbar.

Andrea Grützner (*1984) lebt in Berlin und ist Mitglied des Fotografenkollektivs Exposure Twelve. Sie studierte Kommunikationsdesign und Fotografie. Ihre Arbeiten waren in den letzten Jahren international in zahlreichen Solo- und Gruppenausstellungen ausgestellt; zuletzt im Kunstverein Lüneburg, in der Galerie Robert Morat, auf dem Beijing Foto Festival sowie im Rahmen der Ausstellung „Gegenspieler“ im Marta Herford Museum. Grützner war Preisträgerin des Preises „Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie“, 2014/2015, des FOAM Talent Preises, 2016 wie auch des Pfalzpreises Kunst, Nachwuchspreis.

Friederike von Rauch (*1967) ist ausgebildete Silberschmiedin und studierte Industriedesignerin. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, zuletzt in „Formes du Silence“ im Couvent de La Tourette, Eveux; „Zeitgeist. A Arte da nova Berlim“ im Goethe Institut Rio de Janeiro, Brasilia u.a.; Radikal Modern“, Berlinische Galerie, Berlin; „10“, Halle am Berghain, Berlin; „Ashes and Gold: A World’s Journey“, Marta Herford Museum und dem „Gabriele Münter Preis 2010“, Martin-Gropius-Bau, Berlin. Im Kontext verschiedener Atelierstipendien arbeitete von Rauch in Belgien, in den Niederlande und in Island. Ihre Arbeiten sind in staatlichen wie auch privaten Sammlungen im In- und Ausland vertreten.

Tanja Rochelmeyer (*1975) studierte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.
Ihre Arbeiten wurden in den letzten Jahren zahlreich im In- und Ausland ausgestellt – darunter dem Studio d’Arte Cannaviello in Mailand, im Kontext der Ausstellung „Neue Malerei aus Deutschland“ im National Fine Arts Museum in Hanoi wie auch dem Goethe Institut in Hong-Kong, dem Kunsthaus Essen und bei fahnemann projects in Berlin. Rochelmeyers Arbeiten sind in internationalen Sammlungen vertreten.

Maximilian Schubert (*1983) studierte am Art Institute in Chicago. Seine Werke waren international ausgestellt, zuletzt in der Gruppenausstellung „Line“ in der Lisson Gallery in London. Seine Arbeiten sind in Sammlungen in den USA und Europa vertreten.

Für Fragen oder für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Druckfähiges Bildmaterial senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Kontakt:
Janina Rösner: berlin@68projects.com
Tel +49 30 889 228 76 | Fax +49 30 889 225 899

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PRESS RELEASE

Architecture & Abstraction

If one were to look for similarities between Constructivism, Suprematism, Concrete Art, Hard-edge painting and Minimal Art, one would find them in abstraction. The shared aim is to break free from any reference to the object, combined with a shift towards a pictorial reality, constituted through colours and shapes, light and shade. The “new abstraction” of the 21st century, however, gets by without a programmatic reference to the discourse of historical modernism. It doesn’t pursue a purely rationalistic or objective creation of form, like Concrete Art, for instance. While it certainly draws from these sources, it finds its own agile, independent character through a more subjective, individual stance.

The main focus of the exhibition “Architecture and Abstraction” is on geometric-constructive works, whose primary source of inspiration is architecture. Common to all artistic positions on display is the creation of unmistakable forms that simultaneously dispense with any documentary or representational characteristics.

In her latest series, the photographer Andrea Grützner focuses on the architecture of the 1950s. During a fellowship at the “Koblenzer Stadtfotografen”, in the summer of 2015, the artist explored Koblenz’s public urban space, with a focus on facades and their grids, which she translates into vibrant, graphically formed picture details. She thereby concocts image fragments that are painterly, abstract and surreal, and which have nothing in common with what we usually perceive as urban architecture. Although Andrea Grützner’s medium is photography, her works oscillate between photography, sculpture and collage. She is as much interested in the perception of structures of space, history and memory, as she is in visual irritations, in that which is both familiar and unusual.
Through their contemplative character, Friederike von Rauch’s pictures of deserted light-spaces in museums, monasteries and Venetian palazzi, uncover unique worlds with an almost infinite potential for narratives and stories. Mostly taken outside opening hours, the images contain highly personal interpretations of space, bringing out the specific character of each place and, owing to their calm observation, creating emotional condensations. The focus on small pictorial details neutralizes their depictive character in favour of strongly abstracted images. Colour, or rather colourlessness plays a vital role. Friederike von Rauch works analogically with a medium format camera, always using the available light.
In her paintings, Tanja Rochelmeyer creates “visions of space”: delicate, almost floating hybrids, which refer to the polydimensional structure of the Internet. In her works, colour functions as both form and content, creating geometrical, labyrinthine configurations of splintered spaces, shaped by perfect colour gradients in impressive clarity. Although the main theme of all of her works in the exhibition is spatiality or spatial visual experience, the relation between background and figure, between top and bottom, remains in suspension; some individual works even lack a definite orientation and function both horizontally and vertically.
In his monochrome works, the New York artist Maximilian Schubert, a guest at 68projects, explores the limits of painting and sculpture, as well as the theme of the trompe l’oeil. The works in his “Untitled” series initially seem like white monochrome canvasses, whose surface texture is reminiscent of the folds of a curtain. In reality, however, the folded texture is cast. The only hint for the viewer that “nothing is as it seems” is the visibility of a delicate web of cracks and occasional imperfections. The wall behind the piece becomes visible.

Andrea Grützner (*1984) lives in Berlin and is a member of the photography collective Exposure Twelve. She studied communication design and photography. In recent years, her works have been exhibited in numerous solo and group shows, most recently at the Kunstverein Lüneburg, at Galerie Robert Morat, at the Beijing Photo Festival, and as part of the exhibition “Gegenspieler” at the Marta Herford Museum. Grützner received the “Gute Aussichten- junge deutsche Fotografie” award 2014/15, the Foam Talent Award and the Young Talent Award of Pfalzpreis Kunst, both in 2016.

Friederike von Rauch (*1967) trained as a silversmith and studied industrial design. Her works have been shown in numerous exhibitions in Germany and abroad, most recently in “Formes du Silence” at the Couvent de La Tourette, Eveux, “Zeitgeist. A Arte de nove Berlim” at the Goethe Institutes of Rio de Janeiro, Brasilia et al., in “Radikal Modern”, Berlinische Galerie, Berlin, “10“, Halle am Berghain, Berlin, “Ashes and Gold: A World’s Journey“, Marta Herford Museum, and at the “Gabriele Münter Preis 2010“, Martin-Gropius-Bau, Berlin. As part of different studio scholarships, von Rauch has worked in Belgium, the Netherlands and Iceland. Her works are featured in public and private collections in Germany and abroad.

Tanja Rochelmeyer (*1975) studied at the HTW- University of Applied Sciences in Berlin. In recent years, her works have frequently been exhibited in Germany and abroad, for example, at the Studio d’Arte Cannaviello in Milan, as part of the exhibition “Neue Malerie aus Deutschland” at the National Fine Arts Museum in Hanoi, as well as at the Goethe Institute in Hong-Kong, the Kunsthaus Essen and at fahnemann projects in Berlin. Rochelmeyer’s works can be found in several international collections.

Maximilian Schubert (*1983) studied at the Art Institute in Chicago. His works have been exhibited internationally, most recently in the group exhibition “Line” at the Lisson Gallery in London. His works are included in collections in the US and in Europe.

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